Eigentlich wollten wir die „Godspeed“ in Trogir chartern, doch das Schiff wurde in der Zwischenzeit nach Murter verlegt. Nach einer angenehmen Anreise am 24. April über Biograd – inklusive eines kurzen Besuchs bei Robert, Ivana, Svitlana, Zoran und Anton – erreichten Raimund, Jack und ich unser Ziel. Am Samstag konnten wir die Bavaria Cruiser 50 Avantgarde in der Marina Hramina übernehmen – allerdings erst nach einigen Verzögerungen. Da sich der Techniker selbst erst mit dem neuen Boot vertraut machen musste, begleiteten uns Probleme mit der Ankerwinsch, der Wassertankanzeige und der Wasserpumpe leider die gesamte Woche über.
Als Heinz und Manfred eintrafen, war die Crew zwar komplett, das Boot jedoch noch immer nicht startklar. Gegen 15:00 Uhr hieß es dann aber endlich „Leinen los“ mit Kurs auf Prvić. Dort erwartete uns allerdings eine Großbaustelle an der neuen Mole, und das nahegelegene Zlarin war durch eine Regatta komplett belegt. So wurde die Stadtmole von Šibenik unser erstes Tagesziel. Der Abend fand in der ausgezeichneten Konoba „Centar“ einen perfekten Ausklang.
Am Sonntag segelten wir bei leichtem Wind weiter nach Rogoznica und machten an der Mole fest. Die dortige neue Toilettenanlage ist zwar klein, aber sehr schön gestaltet. Der Montag forderte uns mit kaltem Gegenwind, sodass wir unter Motor in die Bucht von Bobovišća fuhren. Dort wurden wir bereits von Dino erwartet, während Maja schon den Grill anheizte.
Am nächsten Tag legten wir die 30 Seemeilen zurück nach Primošten an. Wir hatten an der Stadtmole reserviert, die sich im Laufe des Tages auch komplett füllte. Die Bojen im Hafenbecken wurden übrigens erst am darauffolgenden Tag von einem Taucher ausgebracht.
Da für Mittwochabend eine stärkere Bora vorhergesagt war, suchten wir rechtzeitig Schutz beim Restaurant „Vidrovača“ in Skradin. Mit einer halben Stunde Verspätung setzte der Fallwind nach dem Abendessen gegen 20:30 Uhr ein. Am nächsten Tag blies die Bora im Kanal mit bis zu 28 Knoten, sodass an Segeln nicht zu denken war – mehr als ein Ausflug mit dem Taxiboot in den Ort war nicht sinnvoll. Zuvor bestellten wir im Lokal jedoch noch eine traditionelle Fisch-Peka für den Abend.
In der Nacht ließ der Wind nach. Am frühen Freitagmorgen (1. Mai) ging es zurück nach Šibenik, wo wir an der Mole mit Live-Musik zum Feiertag empfangen wurden. Auf dem Rückweg drehte der Wind auf Nord: Bei bis zu 20 Knoten Windgeschwindigkeit loggten wir stolze 9,5 Knoten Bootsgeschwindigkeit (Speed). Genau in diesem Moment besuchte uns ein Delfin ganz nah am Boot – ein absolutes Highlight. Um 15:00 Uhr legten wir wieder in unserer Marina an. Am Abend besuchten wir Luka im Restaurant „TIC TAC“ und genossen ein exzellentes Pfeffersteak.
Fazit: Die Saison startet in Kroatien erst richtig um den 1. Mai, obwohl auch davor schon viele Segler unterwegs sind.

